Liebe Freunde der Galerie,
ich hoffe sehr, Sie erwarten nun nicht auch noch von uns ein statement zur Venedig-Biennale oder einen Beitrag zum gigantischen Basler Kunstmarkt, das wäre wirklich zuviel verlangt. Zum einen waren wir noch nicht auf der Biennale und zu anderen kann ich Ihnen diesbezüglich nur zum xten Mal den „Informationsdienst KUNST“ ans Herz legen. Wie immer erstklassig recherchiert und so kommentiert, dass jedem klar wird, die hier schreiben, haben nicht nur Ahnung, sondern auch Anteil und servieren kein so verquastes Geschreibe, wie leider Viele zur Zeit. Zugegeben es ist schwer, einen guten Blick zu haben, den zu analysieren und dann auch noch messerscharf zu formulieren ohne Marktzugeständnisse, der Informationdienst schafft es, also schaffen
Sie ihn sich an.
Und weiter in eigener Sache. In unserem Zyklus „Global players“ stellen wir in der kommenden Ausstellung Arbeiten von Keti Kapanadze vor. Sie erinnern sich vielleicht, in der Einleitung zu dieser Ausstellungsreihe hatten wir geschrieben, dass uns interessiert, wie sehen, wie werten Künstler aus unterschiedlichen Kontinenten die Heimat, ihre Herkunft,
ihr derzeitiges Zuhause. Gibt es in diesen verschiedenen Kulturen das Wort Heimat, wie leben sie damit außerhalb ihrer eigenen Kultur und wie sind ihre Bezüge zu unserer Kultur?
Keti Kapanadze, in Tiflis, Georgien geboren und an der dortigen Akademie Kunst studiert, lebt und arbeitet jetzt in Stuttgart. Museumsausstellungen wie z.B. bei Günter Golinski im Museum Bochum, bei Werner Mayer in der Kunsthalle Göppingen oder bei Wendelin Renn in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen sowie Ausstellungen in der Galerie Anita Beckers, Frankfurt oder Galerie Schüppenhauer, Köln, um nur einige zu nennen und ihr Lehrauftrag für medienübergreifende Malerei an der Akademie für Bildende Künste der Gutenberg Universität in Mainz, haben sie hier in Deutschland bekannt gemacht.
In der Diskussion über den Begriff Heimat bitten wir die Künstler der Ausstellung ihren eigenen, ganz persönlichen Titel zu geben. Keti Kapanadze nennt ihre Ausstellung in unserer Galerie TANNENBAUMTOPF mit dem Untertitel „Reflexion im Spiegel hat zwei Gesichter wie bei Janus. Das ist Heimat“. An dieser Stelle möchten wir einen ihrer vielen kleinen Texte zitieren, weil er für uns, so wie wir Keti im Gespräch wahrgenommen haben, ihren Heimatgedanken in sich trägt. „Ich suchte Orte, die mir helfen konnten, jene unsichtbare
Welt freizulegen, die sich manchmal auf Umwegen bemerkbar machte. In der Nähe meiner Schule fand ich eine Bücherei, die ich nur an sonnigen Tagen besucht. Mich reizten weniger die Bücher selbst als vielmehr der Geruch nach altem Papier und Staub, der im Sonnenschein noch magischer wurde. Es war, als hätte jemand ein unsichtbares Fenster aufgestoßen, und der hereinströmende Duft lasse mich an einem Geheimnis teilhaben. In den Sonnenstrahlen tanzten glänzende Staubpartikel, und im Raum herrschte völlige Abwesenheit von Zeit. Während ich zwischen den Bücherwänden umherging, haschte ich nach einer zarten Andeutung jener Anwesenheit, die mir die Kraft gab, sie weiter zu suchen“
Wir eröffnen diese Ausstellung zu einer für uns etwas ungewöhnlichen Zeit, aber verschiedene
Umstände haben dies einfach so ergeben – vielleicht haben Sie, Sie die von weiter herkommen ja mal Lust auch den See wieder zu besuchen, die Landschaft ist zu dieser Frühsommerzeit besonders schön. Also – wir sehen uns am
Sonntag 28. Juni um 18.00 Uhr KETI KAPANADZE - Tannenbaumtopf
oder Reflexion im Spiegel hat zwei Gesichter wie bei Janus. Das ist Heimat
Ausstellung 28. Juni bis 30. August 2009
und-oder
auf der kleinen, feinen Sommer-Kunst-Messe art bodensee vom 24.- 27.7. in Dornbirn
Herzlich Ihre Vayhingers
Wir möchten uns nicht von Ihnen verabschieden, ohne mit großem Bedauern anzumerken, dass wir mit Hans Jürgen Müller einen wichtigen Querdenker, Vordenker, Visionär und großen Kollegen verloren haben, aber es ist gut zu wissen, dass seine Ideen und Gedanken von Helga Müller weitergetragen werden.