Liebe Freunde der Galerie,
heute kommen wir gleich zur Sache, obwohl es uns zugegebenermaßen schwer fällt ohne tagesbezogene Anmerkungen direkt zur nächsten Ausstellung einzuladen. Und dies auch noch per email, eigentlich fast ein Sakrileg für Jan Peter Tripp, dem Grandseigneur unter den Malern, für
den schon die Frage nach Acryl oder Oel ein nicht wieder gut zumachen-der faux pas bedeutet – vielleicht gäbe es doch eine Chance mit einem ausgereiften Gigondas.
In einer weiteren Folge innerhalb unseres Zyklus Global Players zum Thema „Heimat“ nimmt uns Tripp mit in seine „Heimaten“. Daß er nicht nur malerisch sondern auch schriftstellerisch brilliert, zeigt seine kleine Textpassage zu „λ“ dem Herzstück der kommenden Ausstellung „In der Heimatfalle“.
“Man sieht ein Bild, ein gemaltes Bild: Man sieht einen alten Tisch, einen Teller mit Goldrand, ein weißes Leinentuch, sieben Kiesel und ein Elfenbein-Netsuke.
Und da, wo das Bild aufhört - außerhalb & dahinter - kommt da vielleicht das Wesentliche? Oder das Marginale? Oder am Ende gar nichts?
Daneben (in der Ausstellung) sehen wir sieben Personen, die auf die Frage nach ihrer Heimat möglicherweise verschiedene Angaben machen würden: Saigon, Molsheim, Dakar und Berlin. Und doch sind alle Sieben eine Familie. Das achte Portrait zeigt den Künstler, der gleich mehrere Heimaten für sich beansprucht: Das Allgäu, Stuttgart & Wien und natürlich das Elsaß.
Geht das denn überhaupt, mehr als eine Heimat?
Aber locker, sagt der Sultan und weist auf die Gemächer seiner Gespielinnen. Und neben den Steinen, neben den acht Menschenbildern wuchern die Wiesen, die gemalten, dahinter die Berge, von denen sich die Bevölkerung in allen mög-lichen Flugapparaten in ihre Heimat stürzt.
Hinter den Bergen aber kommen neue Horizonte – und manchmal auch die sieben Zwerge und ganz andere Firmamente. Da wird die Grenzziehung Heimat schon etwas prekär. Aber das soll uns jetzt nicht kümmern. Ist ja eh nur gemalt, das Ganze. Und dahinter ist auch weiter nichts bis auf die Bildaufhänger und vielleicht die Angaben des Meisters wie Titel, Technik und Entstehungsjahr. Und all die Spezialisten, die uns andauernd weismachen wollen, daß was hinter den Bildern steckt, gehen doch nur den Künstlern auf den Leim, die einfach nicht verwinden können, daß sie keine dicken Bretter bohren und die Einfalt ihnen auf der Stirn geschrieben steht.
Oh sherpa del arte – oh arte povera!“
Lassen Sie sich führen vom Hochgebirgsträger, vom Chefunterhändler der Kunst und natürlich auch von uns durch die Ausstellung
„In der Heimatfalle“ JAN PETER TRIPP 27. Mai – 30. Juli 2011
persönlich anlässlich seiner Ausstellungseröffnung Freitag 27. Mai um 19.30 h
und anlässlich seiner Lesung hier in der Galerie am Samstag, den 15.Juli,
ausführliche Einladung hierzu folgt Ende Juni.
Wie immer gibt es zur Ausstellungseröffnung das Lieblingsgericht des Künstlers.
Den Koch engagieren wir, aber den Wein wird Monsieur Tripp selbst mitbringen,
weil er diesbezüglich seiner alten Heimat möglicherweise nicht so ganz vertraut.
Jan Peter Tripp und wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Ihre Vayhingers