Liebe Freunde der Galerie, obwohl wir uns schon seit drei Jahren in unserer Ausstellungsreihe „Global Players“ mit dem Thema HEIMAT beschäftigen, ist die Auseinandersetzung mit diesem Begriff unverändert spannend, anregend und mitunter verwirrend.
Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema wird unsere kommende Ausstellung
„Beijing goes to Lake Constance“ sein. Wir freuen uns, dass es nun doch nach einigem Hin- und Her geklappt hat, dass sieben chinesische Künstler zum Monatsende hier zu Gast sein werden. Zwei der Künstler haben leider kein Visum bekommen, aber nicht vonseiten ihrer chinesischen „Heimat“, sondern von unserer deutschen Botschaft. Wir werden die Hintergründe erfahren.
Xianwei Zhu, ehemals Meisterschüler bei Cordula Güdemann in Stuttgart, lehrt zwischenzeitlich selbst in Peking. XianWei, dessen Arbeiten wir 2009 in einer Einzelausstellung gezeigt hatten, ergriff, zurück in China, bereits vor mehr als einem Jahr die Initiative zu diesem Gemeinschaftsprojekt.
Es ist angedacht, dass die Künstler einige Zeit als „artist in residence“ hier bei uns leben und arbeiten. Mitgebrachte Arbeiten und die, die hier entstehen werden dann ab dem ersten Oktober-Wochenende in der Galerie, in ihrem temporären Arbeitsraum päsentiert.
Mit Xianwei Zhu zusammen stellen aus: die Künstlerinnen Yi Sun und Mei Lu, sowie die Künstler Kai Zhan, Junyong Wu, Tong Chen und SeungKoo Lee.
Alle Künstler leben in China, fast alle haben einen europäischen Bezug, durch Studium, durch Auslandsaufenthalte oder anderweitige Kontakte. Es wird deshalb äußert spannend sein zu sehen, wie diese Künstler die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse in ihrem Werk be- und verarbeiten. Die Biographien und statements zu ihren Arbeiten stellen wir in Kürze in unsere homepage.
Xianwei Zhu, um einen Titel für die Ausstellung gebeten, schrieb uns, er hätte an „Fliegendes Papier“ bzw. „Flying Papers“ wegen seiner Doppeldeutigkeit gedacht, zum einen der poetische Gedanke an fliegendes Papier, zum anderen kommen die Arbeiten aus China „geflogen“ und Papier ist das Material, das in der chinesischen Malerei besonders wichtig war und immer noch ist.
Und - Zitat „hier in Deutschland, um mich gibt es hunderte unterschiedliche Papiere, anmeldung, steuer, rechnung, belege, aok, ksk“.
Da nicht alle chinesischen Künstler deutsch sprechen, haben wir uns für den englischen Titel entschieden.
Wir sind sehr gespannt auf dieses Projekt. Sicher werden die Besucher und wir einen direkten, authentischen Einblick in die gegenwärtige Kunstszene Chinas bzw. Pekings erhalten.
Offizielle Eröffnung der Ausstellung
Samstag 1. Oktober 2011 um 17 Uhr
Beijing goes to Lake Constance with Flying Papers
Mei Lu, Yi Sun, Thong Chen, SeungKoo Lee, Junyong Wu, Kai Zhan, XianWei Zhu.
Ausstellung 1.Okt. – 15. Nov. 2011
Es gibt im Chinesischen für Heimat das Wort „jia xiang“, obwohl wörtlich übersetzt „jia“ Heim bedeutet und „xiang“ town, reicht es doch über „hometown“ oder homeland weit hinaus, denn in der Tradition der Chinesen heißt es „die Heimat nicht zu verlassen, solange die Eltern noch leben“ oder - die Eltern gehen mit, denn „die Blätter müssen auf die Wurzeln fallen“ Auch dazu werden wir in der Ausstellung mehr erfahren. Die chinesischen Künstler und wir freuen uns auf Sie
Ihre Vayhingers